„Wuthering Heights – Sturmhöhe“: ein phänomenaler Widerspruch
Die jüngst in die Kinos gekommene Verfilmung von Emily Brontës Sturmhöhe reduziert den Literaturklassiker nicht nur auf eine sexuelle Romanze, meint Clara Degiovanni. Er verkennt auch das zentrale Thema dieses faszinierenden Werks: den Wind.
Philosophie Magazin +
Testen Sie Philosophie Magazin +
mit einem Digitalabo 4 Wochen kostenlos
oder geben Sie Ihre Abonummer ein
- Zugriff auf alle PhiloMagazin+ Inhalte
- Jederzeit kündbar
- Im Printabo inklusive
Sie sind bereits Abonnent/in?
Hier anmelden
Sie sind registriert und wollen uns testen?
Probeabo
Weitere Artikel
„Suzume“ – Mythos als Traumabewältigung
Ein lebendiger Stuhl mit drei Beinen, eine Naturkatastrophe und der frühe Tod einer Mutter. Das sind nur ein paar der Komponenten, aus denen der japanische Regisseur Makoto Shinkai Suzume einen „modernen Mythos“ kreiert hat. Der Film kommt nun in die deutschen Kinos.
Die Lust an der Unterwerfung
„Fifty Shades of Shades of Grey“, die Geschichte einer sadomasochistischen Beziehung, wurde binnen kürzester Zeit zum Weltbestseller. Ab Februar ist die Verfilmung der Romantrilogie im Kino zu sehen. Welcher Logik folgt die Lust an der sexuellen Unterwerfung? Diese Frage hat Philosophen von Hegel bis zu Freud und Deleuze fasziniert – vor allem aber den Erfinder des Masochismus, Leopold von Sacher-Masoch. Eine Ideenreise ins dunkle Herz des Begehrens
„Nope“: Überleben in der Gesellschaft des Spektakels
Mit „Nope“ bringt der amerikanischen Komiker und Regisseur Jordan Peele einen der spannendsten und visuell anziehendsten Filme dieses Sommers in die Kinos. Hinter dem so humorvollen wie beklemmenden Szenario verbirgt sich eine Kritik an der Gesellschaft des Spektakels.
Die Schriftstellerin als Windel
Manchmal bleibt nach einem Abend im Theater diese eine Formulierung hängen. Claas Oberstadt geht diesen subjektiven Schlüsselsätzen nach und fragt sich, nach Elfriede Jelineks Angabe der Person, wie es wohl ist, sich selbst als „Windel für die Welt“ zu fühlen.
Ende der Ewigkeit
Am 22. November kommt Philip Grönings „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ in die Kinos. Ein radikales Werk über das Erwachsenwerden und die Bedeutung der Zeit
Marylin Maeso: „Der Held in Camus' 'Der Fremde' stellt das menschliche Äquivalent der Welt dar"
Der Regisseur François Ozon hat eine viel gelobte Adaption von Albert Camus' Der Fremde geschaffen, die heute in die deutschen Kinos kommt. Mit der französischen Philosophin Marylin Maeso spricht er über die Figur des Meursault und taucht gemeinsam mit ihr ein in Camus' universelles, doch hoch aktuelles Werk.
Wand aus Windeln
Windeln haben ein typisches Zivilisationsproblem: Erfunden, um die Natur des Kindes einzuhegen und Komfort und Sauberkeit im Alltag zu erhöhen, kehren sie als verdrängter Unrat an anderer Stelle wieder.
Es kam so überraschend wie verheerend.
Das Coronavirus, das die Welt Anfang 2020 erfasste und in vielen Bereichen noch immer unseren Alltag bestimmt, erzeugte vor allem eines: ein globales Gefühl der Ungewissheit. Wurde das soziale Leben in kürzester Zeit still gestellt, Geschäfte, Kinos und Bars geschlossen und demokratische Grundrechte eingeschränkt, blieb zunächst unklar, wie lange dieser pandemische Ausnahmezustand andauern würde. Und selbst jetzt, da sich das Leben wieder einigermaßen normalisiert zu haben scheint, ist die Unsicherheit nach wie vor groß: Wird es womöglich doch noch eine zweite Infektionswelle geben? Wie stark werden die wirtschaftlichen Auswirkungen des Shutdowns sein? Entwickeln sich Gesellschaften nun solidarisch weiter oder vollziehen sie vielmehr autoritären Rollback? Ganz zu schweigen von den individuellen Ungewissheiten: Kann ich im Sommer in den Urlaub fahren? Werde ich im Herbst noch Arbeit haben? Hält die Beziehung der Belastung stand? Kurzum: Selten war unsere so planungsbedürftige Zivilisation mit so viel Ungewissheit konfrontiert wie derzeit.