Die Kartierung des politischen Raums
Rechts, links, konservativ, liberal, progressiv, reaktionär – sie sind als Bezeichnungen politischer Positionen etabliert und doch vielfach ambig. Wen meint man schließlich, wenn man von „den Rechten“ spricht? Was sind die Wurzeln des Konservatismus? Und woran bemisst sich eine linke Haltung? Unsere Reihe nimmt die verschiedenen Positionsbezeichnungen in den Blick – mit Meinungsstücken und Analysen, aus den unterschiedlichsten Perspektiven heraus. Ein Versuch, in der komplexen Begriffslandschaft des Politischen neue Orientierung zu schaffen.
Jana C. Glaese: Was heißt hier rechts?
Wenige Worte halten sich in der Politik so hartnäckig wie die Rede von „links“ und „rechts“. Zugleich will kaum jemand als „rechts“ gelten. Warum meiden wir den Begriff? Und ist das richtig so?
Natascha Strobl: Der neue alte Radikalismus der Konservativen
Konservative Parteien greifen zunehmend zu Mitteln der extremen Rechten, um ihre Macht in Krisenzeiten zu sichern. Natascha Strobl über den radikalen Konservatismus, seine Strategien und drohende Abgründe.
Justus Seuferle: Herrschaft ohne Ordnung
Der Libertarismus ist in Amerika auf dem Vormarsch. Unter dem Deckmantel uneingeschränkter Freiheit verachtet er die Demokratie und setzt auf das Recht des Stärkeren. Justus J. Seuferle über das falsche Freiheitsverständnis dieser rechten Ideologie.
Carlotta Voß: Anti-Liberale Untote
„Postliberalismus“: Das ist zugleich Propagandaparole der Trump-Regierung und zeitdiagnostischer Modebegriff. Dem ideenhistorischen Blick erschließt sich hinter dem Anspruch ideologischer Innovation schnell ein Recycling-Projekt anti-liberaler Traditionsbestände. Sie verweisen auf fortbestehende Widersprüche der liberalen Moderne.
Bernd Stegemann: Der ‚rechte‘ Feind
Ist die Bezeichnung „rechts“ im politischen Raum zu einer Allzweckwaffe der Linken mutiert? Bernd Stegemann ist überzeugt, dass man sich einer strategischer Unschärfe bedient, um unliebsame Positionen mit dem Urteil „rechts“ aus dem Diskurs zu verbannen. Das Problem: Gerade dies führt zum Erstarken der Rechtsextremen und dem Leugnen tatsächlicher Probleme.
Thorsten Holzhauser: Was heißt „links“ – und warum ist es so kompliziert?
Die politische Linke habe sich verrannt und ehemalige Wähler*innen in die Arme der Rechten getrieben, so eine immer lauter werdende Klage. Doch diese Empörung unterliegt einem Missverständnis, meint Thorsten Holzhauser und zeigt: Was linke Politik sein soll, war schon immer Teil von politischen Kämpfen.





