Kibbuz: Wie Utopien enden
Die israelischen Landkommunen waren Laboratorien utopischer Gesellschaftsentwürfe. In der sozialistischen Basisdemokratie sollte der Neue Mensch entstehen. Inzwischen haben die meisten Kibbuzim die Privatisierung eingeleitet. Völlig vergessen sind die alten Ideale trotzdem nicht
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Utopischer Pragmatismus
In Krisenzeiten treten oft ideologische Weltverbesserungsreflexe zu Tage – doch am Ende passiert meistens: nichts. Warum also nicht direkt mit der Praxis anfangen? Ein Denkanstoß von Martin Gessmann.
Über die Autonome Verwaltung Nord- und Ostsyriens und den Blick nach vorn
Die Autonome Verwaltung von Nord- und Ostsyrien (AANES), auch bekannt unter dem kurdischen Namen Rojava, ist Anfang Februar faktisch an ihr Ende gelangt. Sie versprach eine Basisdemokratie, Rechtsstaatlichkeit, geschlechtliche und multiethnische Gleichberechtigung. Viele kurdische Syrerinnen und Syrer sehen in dem Ende der AANES einen großen Verlust und fürchten nun neue Gewaltausbrüche des IS. Doch konnten die einstigen Versprechen der Autonomiegebiete wirklich eingelöst werden? Siamend Hajo und Eva Savelsberg vom „Europäischen Zentrum für Kurdische Studien“ blicken auf die zurückliegenden Entwicklungen und erklären, was es für ein tatsächlich inklusives Syrien vor dem Hintergrund der aktuellen Lage bräuchte.
Warum vergessen wir?
Etwas zu vergessen, ist oft ein Ärgernis. Warum wir vergessen und warum das sogar ein Gewinn sein kann, zeigen drei Philosophen.
Seiner Zeit voraus
Der Philosoph K. C. F. Krause ist hierzulande so gut wie vergessen. Völlig zu Unrecht. Denn von heute aus betrachtet, wirken viele seiner Positionen geradezu prophetisch.
Eine Frage der Klasse
Rosa Luxemburg widmete ihr Leben der Verwirklichung des sozialistischen Ideals. Wie niemand sonst verkörperte sie tatkräftige Intelligenz und eine „Philosophie der Praxis“ – und wenn sie die Meinung ihrer Genossen nicht teilte, verstand sie es immer, sich Gehör zu verschaffen.
Robert Pfaller: „Wir spüren plötzlich alle anderen auf der eigenen Haut“
Die erhöhte Sensibilität sei auf den Imperativ „Sei ganz du selbst!“ zurückzuführen: In seinem neuen Buch „Die blitzenden Waffen“ plädiert Robert Pfaller für die Allgemeinheit der Form als Grundbedingung von Geselligkeit und Solidarität. Ein Gespräch über die Privatisierung des Geschlechts, die Leichtigkeit des „Als Ob“ und die Pseudo-Form der Corona-Etikette.
Die Macht der Metamedien
Nachdem Facebook, Twitter und Co. Donald Trump ins analoge Exil verbannten, inszenierten sich deren Chefs als Retter der Demokratie. Doch darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass Big Tech weiterhin vor allem eines forciert: eine gefährliche Privatisierung der Öffentlichkeit.
Judith Butler: „Einige Leben für das Wohl aller zu opfern, erscheint mir faschistisch“
Was hat uns die Pandemie über die Welt offenbart? So fragt Judith Butler im aktuellen Buch und entwickelt ein intersubjektives Verständnis von Freiheit. Aber zu welchem Preis? Ein Gespräch über Zero Covid, amerikanischen Kapitalismus und die Suche nach neuen sozialistischen Ideen.