Meine Zeit
Das Prinzip Leistung durchdringt das moderne Leben. Und doch gibt es in uns einen unverfügbaren Rest, der Widerstand leistet und den Weg in eine bessere Zukunft anzeigt. Fünf Menschen erzählen.
Das ideologische Planspiel der kapitalistischen Spätmoderne lässt sich wie folgt skizzieren: Der Mensch zieht seinen Lebenssinn und seine Identität maßgeblich aus seiner Arbeit. Deshalb ist die Arbeit mehr als nur eine unliebsame Pflicht oder bloßes Mittel zum Broterwerb, sie wird zum Gradmesser der eigenen Existenz: Je mehr Anerkennung sie generiert, desto höher der Wert des Ich. In Zeiten digitaler Aufmerksamkeitsökonomien driftet diese Logik immer stärker in Richtung Selbstvermarktung. Ihre Extremform findet sie im Influencer, aber auch im YouTube-Star sowie im freischaffenden Kreativen, der seine Arbeit in den sozialen Medien anpreist und auf viele gehobene Daumen hofft. Auf diese Weise werden Berühmtheitsmodelle zunehmend zu Lebensmodellen – eine wackelige Angelegenheit mit hohem Enttäuschungspotenzial.
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