Interview

Catherine Malabou: "Wir sind für unser Gehirn verantwortlich"

Catherine Malabou, im Interview mit Chiara Pastorini veröffentlicht am 12 min

Catherine Malabou ist eine der innovativsten Denkerinnen unserer Zeit. Die Dekonstruktion, deren Feld das Funktionieren der Sprache ist, verbindet die französische Philosophin mit den jüngsten Erkenntnissen der Neurowissenschaft – und ruft dazu auf, das Verhältnis von Freiheit und Determination neu zu denken

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Weitere Artikel

Essay
6 min

Derrida und die Dekonstruktion

Svenja Flasspoehler

Das Kernanliegen Derridas lässt sich klar benennen: Es ging ihm darum, Machtverhältnisse aufzulösen – und zwar über und durch die Sprache. Was wir als Identität begreifen, so lautet die These Derridas, ist ein nachträglicher Effekt unseres sprachlichen Gebrauchs. Wenn wir also Zeichen anders verwenden, ihre Bedeutungen aufbrechen, verändern wir die Wirklichkeit: Genau dies ist das Versprechen der Dekonstruktion. Svenja Flaßpöhler führt in Derridas Denken ein und zeigt: Gerade jetzt, da die Diskussion um geschlechtliche und kulturelle Identität wieder entflammt, ist die Denkbewegung der Dekonstruktion aktueller denn je.

Derrida und die Dekonstruktion

Impulse
4 min

Catherine Malabou: „Wir stehen am Anfang einer biotechnologischen Revolution“

Catherine Malabou

Die baldige Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen wirft moralische Fragen auf: Wer kommt zuerst dran? Bis wohin reicht die körperliche Selbstbestimmung? Ist es auch legitim, sich nicht impfen zu lassen? In unserer Reihe fragen wir Philosophinnen und Philosophen nach ihrer Position. In Folge 3 erläutert Catherine Malabou die Ambivalenz neuartiger RNA-Impfstoffe.

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Gespräch
4 min

Catherine Malabou: „Kryptowährungen stellen die Idee des Staates infrage“

Octave Larmagnac-Matheron

Die chinesische Zentralbank hat Mitte September ihr Vorhaben bekräftigt, einen digitalen Yuan einzuführen. Das ist nur eines von vielen Beispielen für den zunehmenden Willen von Staaten, auf dem Gebiet der Kryptowährungen mitzuhalten – die Philippinen, Schweden, Uruguay, Mexiko und selbst die Eurozone verfolgen ähnliche Projekte. Für die Philosophin Catherine Malabou ist dies ein Widerspruch in sich, da Kryptowährungen auf anarchistischen Prinzipien von Horizontalität und Dezentralisierung beruhen, die die Währungshoheit von Staaten und Zentralbanken infrage stellen.

Catherine Malabou: „Kryptowährungen stellen die Idee des Staates infrage“

Gespräch
8 min

Gerd Kempermann: „Die allermeisten Gedanken können ergangen werden“

Gerd Kempermann

Wenn Philosophen in Säulenhallen lustwandeln oder auf einsamen Waldspaziergängen dem Gang der Welt nachgrübeln, dann kann der Neurowissenschaftler Gerd Kempermann das erklären: Gehen ist dem Denken zuträglich, weil Gehirne überhaupt erst im Zusammenhang mit der Bewegung entstanden sind.

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Gespräch
10 min

„Es ist alles voller Galaxien!“

Wolfram Eilenberger

Star Wars ist der Mythos unserer Zeit. Jeder kennt die Helden und Antagonisten der Saga. Andromedanebel, Higgs-Teilchen, Wurmlöcher ... Das Universum ist nicht nur unvorstellbar groß, es steckt auch immer noch voller unerforschter Rätsel und Geheimnisse. Im Interview erläutert der Astrophysiker Harald Lesch, warum ein Todesstern in unserer Galaxie nicht möglich wäre, die Idee der Force hingegen durchaus mit modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbar ist.

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Artikel
6 min

René Descartes - Unterwegs zur Wahrheit

Emmanuel Fournier

Gibt es für endliche Wesen wie uns absolute Gewissheiten? Mit den Mitteln der radikalen Skepsis gibt René Descartes (1596-1650) der Philosophie ein neues Fundament und wird zum Vater der neuzeitlichen Philosophie. Sein Diktum des „Ich denke, also bin ich“ macht das menschliche Bewusstsein zum Ausgangspunkt wahrer Welterkenntnis. Das vernünftige, denkende Subjekt wird zum Maßstab allen Wissens. Angeleitet durch klare, den Idealen von Logik und Mathematik verpflichtete Methoden soll es Schritt für Schritt auf dem Pfad des Wissens voranschreiten. Bis heute zeigen sich weite Teile unserer Kultur diesem Erkenntnisideal verpflichtet. Wie auch Descartes’ strenger Dualismus von Leib und Seele in der modernen Psychologie und Neurowissenschaft kräftig nachhallt. Descartes’ Denken markiert den Anfang einer Moderne, deren Ende in Wahrheit noch lange nicht abzusehen ist


Artikel
8 min

Diderot und die Freiheit

Raphael Enthoven

Er war eine der größten Stimmen der französischen Aufklärung. Mehr noch als seine berühmten Kollegen Rousseau und Voltaire war Denis Diderot ein extrem unbequemer, aber auch tiefschürfender und aufgeschlossener Philosoph – und nicht zuletzt der führende Kopf hinter dem Großprojekt der „Enzyklopädie“. Ein Wort ist ihm auf den Leib geschrieben: Freiheit. Freiheit im Leben, Denken und im Handeln. Raphaël Enthoven eröffnet uns alle Facetten von Diderots Philosophie und zeigt, dass für Diderot die Freiheit nicht darin besteht, das zu tun, was man will, sondern zu erkennen, was uns determiniert, und es zuzulassen. Im Beiheft stellt Dominique Lecourt das großartige Werk „Jakob und sein Herr“ vor, in dem über eine ewige Frage nachgedacht und auch gelacht wird: Ist die Welt unserem Willen unterworfen oder hat sie eine unveränderliche Ordnung? Diderot, das ist die fröhliche Wissenschaft in Person.


Gespräch
1 min

Susanne Schmetkamp über Empathie

Philomag Redaktion

Lebt es sich als emphatischer Mensch leichter? Warum ist der Begriff Empathie philosophisch interessant? Und welche anderen Denkerinnen und Denker haben sich mit ihm beschäftigt? Auf der diesjährigen phil.cologne sprachen wir mit Susanne Schmetkamp über Empathie. Susanne Schmetkamp ist Philosophin und leitet eine Forschungsgruppe zur Ästhetik und Ethik der Aufmerksamkeit an der Universität Fribourg (Schweiz). Ihre Forschungsgebiete sind ästhetische Erfahrung, Empathie, Aufmerksamkeit, Perspektivität, Film und Serien.

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