Interview

Christoph Türcke: „Konzentrierte Zerstreuung hat etwas Gewalttätiges“

Christoph Türcke, im Interview mit Svenja Flasspoehler veröffentlicht am 6 min

ADHS, Burnout, Computersucht: Ist der Mensch für die neuen Medien schlicht nicht gemacht? Ein Gespräch mit dem Philosophen Christoph Türcke über die zerstörerische Kraft permanenter Kicks und den Wert der Wiederholung

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Essay
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Das zerstreute Ich

Wolfram Eilenberger

Unser Alltag wird zunehmend von Unterbrechungen und Multiasking bestimmt. Im Dauerfeuer der medialen reize fällt es immer schwerer, auch nur einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Die anzahl der ADHS-Diagnosen steigt ebenso kontinuierlich an wie jene der burnout-Diagnosen. Sind die fliehkräfte des digitalen Kapitalismus im begriff, neben dem alltag auch unser Innerstes zu zerreißen? Doch was wissen wir eigentlich über die wahre Gestalt des menschlichen bewusstseins? Ist unser Denken womöglich von Natur auf permanente zerstreuung angelegt? Stellt das dezentrierte Ich sogar utopische Perspektiven einer neuen, intensiveren Daseinsform in aussicht?


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Wer ist mein wahres Selbst?

Svenja Flasspoehler

Kennen Sie auch solche Abende? Erschöpft sinken Sie, vielleicht mit einem Glas Wein in der Hand, aufs Sofa. Sie kommen gerade von einem Empfang, viele Kollegen waren da, Geschäftspartner, Sie haben stundenlang geredet und kamen sich dabei vor wie ein Schauspieler, der nicht in seine Rolle findet. All diese Blicke. All diese Erwartungen. All diese Menschen, die etwas in Ihnen sehen, das Sie gar nicht sind, und Sie nötigen, sich zu verstellen … Wann, so fragen Sie sich, war ich heute eigentlich ich? Ich – dieses kleine Wort klingt in Ihren Ohren auf einmal so seltsam, dass Sie sich unwillkürlich in den Arm kneifen. Ich – wer ist das? Habe ich überhaupt so etwas wie ein wahres Selbst? Wüsste ich dann nicht zumindest jetzt, in der Stille des Abends, etwas Sinnvolles mit mir anzufangen?


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4 min

Routine statt Rausch?

Christoph Peters

Ob in der Arbeit oder in der Liebe: Die Schwester der Intensität ist die Überforderung. Müssen wir die beruhigende Kraft der Wiederholung neu entdecken? Ein Pro & Contra von Christoph Peters und Ariadne von Schirach.

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Artikel
6 min

Gestalte dein Werden!

Marianna Lieder

Eine ganze Epoche wurde nach ihm benannt. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) dominierte das Geistesleben einer Zeit, die auch für die deutsche Philosophie von entscheidender Bedeutung war. ob Herder oder Schopenhauer, Schiller oder Fichte, mit allen diesen Denkern stand der Weimarer Geheimrat und Dichterfürst in engem kreativen Austausch. In seinen lebenslangen naturphilosophischen Studien suchte Goethe einen Mittelweg zwischen Naturalismus und Idealismus, der auch für heutige Problemstellungen wichtige Impulse enthält. Nicht zuletzt verkörperte der Autor des „Werther“ und des „Faust“ bereits für seine Zeitgenossen eine Lebensklugheit und geistige Wachheit, die gerade in Zeiten der totalen Zerstreuung und Zermürbung den Weg in ein freieres Werden weisen können.
 

Gestalte dein Werden!

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Zimmer to go

Theresa Schouwink

Nicht nur Virginia Woolf, wir alle brauchen zum konzentrierten Arbeiten vor allen Dingen eines: ein Zimmer für uns allein.

Zimmer to go

Gespräch
10 min

„Islamismus ist ein politisches, kein religiöses Phänomen“

Catherine Newmark

Zum Ende des Fastenmonat Ramadan erschütterten eine Reihe von Terroranschlägen des Daesh in Bagdad, Dhaka, Istanbul und Medina die Arabische und Muslimische Welt. Vor allem das Attentat auf die heilige Grabstätte Mohammads in Medina stellt Fragen nach den Zielen und Motiven der Terroristen. Was haben Islam und Islamismus miteinander zu tun? In welchem Bezug zum Koran und zur islamischen Tradition stehen der heutige Fundamentalismus und die gewalttätigen politischen Bewegungen der Gegenwart? Was hat die westliche Moderne damit zu tun?

„Islamismus ist ein politisches, kein religiöses Phänomen“

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Gibt es überhaupt etwas Neues?

Dominik Erhard

Kommt es aus dem Nichts? Ist es gut? Existiert es überhaupt? Über Wesen und Wert des Neuen streiten Philosophen seit jeher. Sechs Handreichungen von hoher Halbwertszeit

 


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Woher kommt das Neue?

Nils Markwardt

Es gibt diesen Punkt, an dem das Alte nicht mehr passt. Mit einem Mal werden Gewohnheiten schal, Gewissheiten brüchig, Routinen und Rituale zu eng. Aber was tun, wenn die Sehnsucht nach dem Neuen erwacht, während unklar ist, wo es zu suchen wäre? Wie soll es sich einstellen, das Neue? Woher kann es kommen? Aus uns selbst oder aus dem Nichts? Ist das Neue überhaupt eine Befreiung – oder ein gesellschaftlicher Imperativ im Zeichen des technischen Fortschritts? Bleib up to date! Erfinde dich neu! Sei kreativ! Das sind die Losungen unserer Zeit, deren permanenter Wandel uns zur Anpassung zwingt. Wagen wir also den Sprung ins Ungewisse, um zu finden, was noch nicht da ist.